Löhne und Preise in den frühbyzantinischen hagiographischen Texten
Löhne und Preise in den frühbyzantinischen hagiographischen Texten
Ireneusz MilewskiSR 6
Der Vortrag untersucht Berichte über Löhne und Preise in der frühbyzantinischen hagiographischen Literatur. Analysiert werden Texte vom Anfang des 5. Jahrhunderts bis zum Ende des 7. Jahrhunderts. Berichte über Löhne können in drei Gruppen unterteilt werden: Löhne von Lohnarbeitern (Kleinhandwerker, Kleinverkäufer, Steinmetze), von Ärzten sowie von Prostituierten. Daneben finden wir in den Quellen auch einige weitere und nur sehr kurze Berichte, die die Einkünfte von Vertretern anderer Berufsgruppen veranschaulichen. Im Falle der Preise finden sich Notizen über Lebensmittel-, Sklaven- und Kleiderpreise – daneben aber auch für andere Waren und Dienstleistungen.
Leider haben diese Daten nur geringen Wert. Bei den einkommensbestimmenden Beträgen handelt es sich in den meisten Fällen um Spitzenwerte (wiederholbare Werte/topische Werte), wie zum Beispiel: 1, 3, 10 Folleis oder Nummia, 1 Keration, 1 oder 3 Goldstücke; sehr selten kommen andere Summen vor. In frühbyzantinischen hagiographischen Texten erscheinen identische Beträge (sowie deren Vielfache: 30, 100, 300, 1.000 oder 10.000) in Berichten über Steuern, Almosen und Spenden, aber auch bei anderen Zahlungen. Die genannten wiederholbaren Werte gehören in allen antiken, im griechischen Kulturkreis entstandenen literarischen Texten zu den am häufigsten vorkommenden. Aus diesem Grund können sie leider keine Grundlage für eine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion über die Höhe der Löhne und Preise in der frühbyzantinischen Zeit darstellen.
